Sonnenlicht, Solarium und gebräunte Haut – wie uns die Sonne prägt

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Sonnenlicht, Solarium und gebräunte Haut – wie uns die Sonne prägt

Die Hautfarbe eines Menschen wird durch die Pigmentierung seiner Haut festgelegt. Besonders die Menge des in der Haut enthaltenen Melanins spielt eine Rolle. Man unterscheidet dabei zwischen Eumelanin und Phänomelanin. Je mehr Eumelanin in der Haut enthalten ist, desto dunkler erscheint sie. Das Phänomelanin hingegen ist bei Rothaarigen eher vorhanden und lässt die Haut gelblich-rötlich erscheinen.

Die Menge des Melanins in der Haut ist grundlegend genetisch bedingt, lässt sich zum Teil aber auch durch die Umwelt beeinflussen. Bestes Beispiel ist das Sonnenbaden. Durch UV-Licht-Einwirkung verändert sich die Hautfarbe etwas; sie wird dunkler.
Neben den Pigmenten beeinflussen die Blutgefäße unter der Haut unsere Hautfarbe. Das zeigt sich zum Beispiel, wenn wir erröten.

Blasse Haut als Schönheitsideal

Das Melanin ist in der Haut jedes einzelnen Menschen unterschiedlich verteilt. Das erklärt auch, warum auch bei dunkelhäutigen Menschen die Fußsohlen und Handflächen immer etwas heller sind.
In China und Japan gilt helle Haut auch heutzutage als Schönheitsideal.Die Hautfarbe des Menschen hängt in vielen Gesellschaften auch mit dem Schönheitsideal zusammen, wobei meist das als erstrebenswert betrachtet wird, was über die Lebensumstände oder den genetischen Hintergrund seltener oder schwieriger zu erwerben ist. In Zeiten, in denen viele Menschen körperlich hart auf den Feldern arbeiteten, galt in unseren Breitengraden eine „vornehme Blässe“ als Schönheitsideal. Die Bezeichnung „blaues Blut“ für den Adel lässt sich auf das bläuliche Durchschimmern der Adern unter der Haut zurückführen, was man besonders dann sehen kann, wenn die Haut sehr hell ist.

In China und Japan gilt helle Haut auch heutzutage als Schönheitsideal. Das einfachste Mittel für helle Haut ist, sie nicht dem Sonnenlicht auszusetzen. Einige Menschen tragen deswegen so genannte „Facekinis“. Die Bezeichnung leitet sich aus dem englischen Begriff „Face“ für „Gesicht“ und „Bikini“ ab. Gemeint ist beim Facekini eine enge Maske, die beim Baden getragen wird. Sie lässt lediglich über kleine Schlitze Augen, Nase und Mund frei. Der Facekini ist mittlerweile recht beliebt und in vielfältigen Farbkombinationen zu haben. Sein Tragen soll die Haut vor der Sonne schützen, aber auch vor Umweltgiften und Quallen beim Schwimmen in Seen oder im Meer.

Eine weitere Methode zu heller Haut zu gelangen sind Aufhellungsmittel. Ihre Anwendung, zum Beispiel im Fall von Bleiweiß, ist allerdings nicht ungefährlich. Bleiweiß wurde lange Zeit in der Kunst zum Malen verwendet, aber auch Schauspieler nutzen es als Zusatz in Schminke, um ihre Gesichter weiß zu färben. Bereits in der Antike kam der Farbstoff zum Einsatz. Man bemerkte aber recht schnell die schädigenden Wirkungen des Bleiweiß. Dazu zählten Mundfäule und Zahnschmerzen. Heutzutage gibt es andere Mittel, um die Haut aufzuhellen, zum Beispiel Rucinol. Es hemmt die Synthese von Melanin im Körper und trägt dadurch dazu bei, dass die Haut deutlich heller wird.

Während in einigen Kulturen helle Haut dem Schönheitsideal entspricht, gilt es in anderen Regionen als Zeichen von Kränklichkeit und einen inaktiven Lebensstil. Besonders in den Achtzigerjahren galt bei uns gebräunte Haut als Zeichen für Urlaub und Erholung. Nach wie vor kann man daher in Sonnenstudios nachhelfen, wenn man seine Haut bräunen möchte. Die Weltgesundheitsorganisation warnt allerdings vor der künstlichen Bräune aus dem Sonnenstudio. Denn unter dem Solarium wird die Haut zwar gebräunt, die Zusammensetzung von UV-A- und UV-B-Anteilen ist aber eine andere als beim natürlichen Sonnenlicht.

UV-A- und UV-B

Generell regt UV-Licht die Melanozyten an, also die Pigmentzellen in unserer Haut. Sie bilden dadurch mehr Melanin. UV-B-Licht führt dabei zu einer langfristigeren Bräune und schützt die Haut vor Sonnenbrand. Das UV-A-Licht hingegen erzeugt eine schnelle Hautbräunung, die aber auch schneller wieder verschwindet. Dass die Sonnenbräune mit der Zeit verblasst liegt daran, dass sich die Zellen der Haut kontinuierlich erneuern. In je tiefere Schichten die UV-Strahlen eindringen, desto langfristiger hält die Bräune, könnte man denken. Dem ist aber nicht so. Zwar dringen die UV-A-Strahlen relativ tief in die Haut. Sie bauen aber nur einen geringen Schutz vor Sonnenbrand auf. Gleichzeitig beschleunigen die Strahlen aber die Hautalterung und stehen immer wieder auch in Verdacht, das Hautkrebsrisiko massiv zu erhöhen.
Generell gilt für natürliches Sonnenbaden und den Besuch im Solarium, dass man die Haut schützen und einen Sonnenbrand vermeiden sollte. Die meisten Sonnenstudios haben Sonnenbänke mit einem recht hohen Anteil an UV-A-Strahlung. Das bedeutet, dass die Haut bereits nach kurzer Zeit gebräunt ist, die Bräune aber nicht sehr lange anhält. Für die Betreiber durchaus von Vorteil, da die Kunden schnelle Resultate sehen und natürlich gleichzeitig angehalten werden, regelmäßiger zu kommen, wenn sie ihre Hautbräune erhalten wollen.

Das UV-B-Licht ist kurzwelliger und dringt nicht so tief in die Haut ein. Aber es hilft der Haut, eine Art Schutzschicht vor der Sonne aufzubauen und schützt dadurch vor späterem Sonnenbrand. Die Bestrahlung durch UV-A-Licht hat solch einen schützenden Effekt nicht. Deswegen macht es auch wenig Sinn, die Haut vor dem Urlaub im Solarium „vorzubräunen“.

Was man beachten sollte

Generell sollte man den Spruch „Slip, Slap, Slop“ berücksichtigen, wenn man sich in die Sonne begibt. Er gilt in Australien als Leitfaden, da man dort wegen der dünnen Ozonschicht besonders schnell einen Sonnenbrand bekommt. „Slip, Slap, Slop“ heißt frei übersetzt etwa: Creme Dich mit Sonnenschutzmittel ein, schütze Deine Haut mit lockererer Kleidung vor der Sonne und trage einen Hut. Eine intakte Ozonschicht filtert die gefährlichen UV-C-Strahlen heraus. Generell gilt für natürliches Sonnenbaden und den Besuch im Solarium, dass man die Haut schützen und einen Sonnenbrand vermeiden sollte. Nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation ist UV-Strahlung genauso gefährlich und ein Risikofaktor für Krebserkrankungen wie Tabak und Asbest.
Natürliches Sonnenlicht regt aber auch die Bildung von Vitamin-D an und führt zur Ausschüttung von „Glückshormonen“. Sonnenbaden macht also glücklich. „Solarien“ kannte man übrigens schon in der Antike. Das Wort stammt aus dem Lateinischen und bezeichnet eine sonnige Terrasse.