Erst blond, braun oder rot dann grau – wie sich unsere Haarfarbe im Alter ändert

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Erst blond, braun oder rot dann grau – wie sich unsere Haarfarbe im Alter ändert

Schwarzhaarig sind etwa 50 Prozent der Weltbevölkerung. Am seltensten sind echte, also nicht künstlich nachgefärbte, Blondtöne. Natürlich blondes Haar haben etwa nur zwei Prozent der Erwachsenen. Die meisten Menschen mögen keine grauen Haare, schon gar nicht bei sich selbst. Denn schließlich sind die ein untrügliches Zeichen für das Älterwerden.

Bild: Die Haare sind lange Hornfäden, sie bestehen im Wesentlichen aus Keratin
Die Haare sind lange Hornfäden, sie bestehen im Wesentlichen aus Keratin

Die Haarfarbe eines Menschen wird von den Pigmenten bestimmt, die sich in seinen Haaren bilden. Die Haare sind lange Hornfäden. Sie bestehen im Wesentlichen aus Keratin. Haare haben Säugetiere, es sei denn, man hat versucht, ihnen ihr Haarkleid weg zu züchten, wie beispielsweise Nacktkatzen und Nackthunden. Aber auch sie sind nicht komplett haarfrei. Und selbst einige Vögel haben Haare. Der neuseeländische Kiwi besitzt zum Beispiel lange Haare neben seinem Schnabel, die wie die Schnurrhaare bei Katzen aussehen.

Beim Menschen finden sich Haare auf dem gesamten Körper, mit wenigen Ausnahmen. Unbehaart sind beispielsweise die Handinnenflächen und die Schleimhäute. Beim Menschen finden sich die meisten Haare auf dem Kopf, was mit unserer Entwicklungsgeschichte  zu tun hat. Unser Fell haben wir weitgehend verloren. Anders ist das bei anderen Säugetieren. Sie haben einen Pelz. Man unterscheidet die Haare, die Fell bilden, Borstenhaare, Wollhaare und Langhaare voneinander. Außerdem gibt es noch spezielle Tasthaare. Selbst die Stacheln der Igel sind nichts anderes als besonders harte Keratinfäden, quasi verhornte Haare.

Wir Menschen haben drei Arten von Haaren, Lanugohaar, Vellushaar und Terminalhaar. Erstere beiden sind Flaumhaare; Lanugohaar ist das flaumige Haar, das den Körper des Ungeborenen umgibt. Das Terminalhaar letztlich ist das Haar, das wir auch umgangssprachlich meist meinen.

Auf unserem Kopf haben wir Menschen etwa 150.000 bis 100.000 Haare. Unser Haupthaar ist bei blonden besonders üppig, meist aber auch recht fein. Brünette haben weniger Haare als blonde Menschen. Dafür sind die Haare meist recht dick. Volles, voluminöses und glänzendes Haar gilt seit Jahrtausenden als Schönheitsideal.

Bei den meisten Menschen zeigen sich im Alter von etwa 40 Jahren die ersten grauen Haare. Das Grau der Haare ist dabei eigentlich nicht wirklich vorhanden, die Haare erscheinen nur „grau“. Denn die Pigmentierung bleibt mit zunehmendem Alter  aus; anstelle der Pigmente  und damit der Farbe bilden sich in einzelnen Haaren Luftbläschen. Diese schimmern Weiß und lassen das Haar insgesamt Grau erscheinen, Gleichzeitig bildet sich im Alter mehr Wasserstoffperoxid im Körper. Auch das begünstigt das Ergrauen.

Während bei der Haut das Melanin für die Färbung verantwortlich ist, sind es bei den Haaren je nach Haartyp zwei verschiedene Pigmente. Das „Phäomelanin“ gibt eine goldene oder rötliche Färbung. Das „Eumelanin“ führt hingegen dazu, dass Haare braun oder schwarz werden. Je mehr von dem Pigment im Körper ist, desto dunkler sind die Haare. Daraus wie viel des einen und des anderen Pigments bei einem Menschen vorkommt, ergibt sich seine natürliche Haarfarbe. Ein Beispiel für eine solche „Misch“-Pigmentmischung ist rotbraunes Haar.

Schwarzhaarig sind etwa 50 Prozent der Weltbevölkerung. Am seltensten sind echte, also nicht künstlich nachgefärbte, Blondtöne. Natürlich blondes Haar haben etwa nur zwei Prozent der Erwachsenen. Die meisten von ihnen leben in Europa. Es gibt aber auch einige wenige andere Regionen, in denen Menschen mit naturblonden Haaren leben. Ein Beispiel einige Aboriginals in Westaustralien.
Das jeweilige Melanin, also Phäomelanin oder Eumelanin, wird in den so genannten „Pigmentzellen“ gebildet, den „Melanozyten“. Hat man zu wenige von ihnen, werden die Haare „grau“. Beim Altern spielt allerdings ein folgender Prozess eine wichtige Rolle: Die Aminosäure Tyrosin wird mit zunehmendem Altern weniger produziert. Das wiederum führt zu einer abnehmenden Erzeugung von Melanin. Die Farbpigmente fehlen, an ihrer Stelle werden Luftbläschen eingelagert, und die Haare schimmern silbern.

Während bei der Haut das Melanin für die Färbung verantwortlich ist, sind es bei den Haaren je nach Haartyp zwei verschiedene Pigmente

Für die Färbung verantwortlich sind es bei den Haaren
je nach Haartyp zwei verschiedene Pigmente.

Die meisten Menschen mögen keine grauen Haare, schon gar nicht bei sich selbst. Denn schließlich sind die ein untrügliches Zeichen für das Älterwerden. Gegen das Ergrauen ist bis dato kein Kraut gewachsen. Manche sagen, das Auszupfen der grauen Haare helfe, der Bildung weiterer vorzubeugen. Leider funktioniert dieser Trick nicht. Das Einzige, was hilft, ist das Färben.
Natürlich wird intensiv daran geforscht, den Prozess des Grauwerdens künstlich zu stoppen. Bisher wurde aber kein Mittel gefunden, das die Zeichen der Zeit aufhält.
Wann die ersten grauen Haare auftauchen, ist individuell sehr verschieden. Bei Europäern liegt der Schnitt bei etwa 35 Jahren, Einige Menschen bekommen aber auch schon Ende 20 graue Haare, andere erst mit 45 Jahren oder noch später. Bei dunkelhäutigen Menschen ergrauen die Haare meist später recht erst.

Übrigens sind nicht nur wir Menschen von den grauen Haaren betroffen. Auch Tiere werden Grau. Beispielsweise bekommen einige Hunde graue Schnauzen und Menschenaffen werden ebenfalls im Alter Grauhaarig.
Dass Menschen nach schweren Schicksalsschlägen oder Krankheiten plötzlich, quasi über Nacht, ergrauen, stimmt übrigens nicht. Die Haare eines Menschen werden nicht auf einen Schlag Grau, sondern peu á peu. Wann die ersten grauen Haare kommen, ist genetisch bedingt. Ein Blick auf die letzten drei Generationen in der Familie verrät, wann man selbst mit dem ersten grauen Haar rechnen kann.